Bei den Gämsen in den Vogesen

Ende Mai ging es für ein paar Tage nach Frankreich in die Vogesen. Der Schwerpunkt sollte beim Aufspüren und Fotografieren der Gämse liegen. Ich hatte hierzu einige Bildideen im Kopf, und jetzt ging es darum, das Beste aus den Bedingungen vor Ort zu machen.  

Nach gut 5 Stunden Fahrt kam ich Samstagnachmittags in den Vogesen an. Bei strahlend blauem Himmel und frühsommerlichen Temperaturen machte ich mich am späten Nachmittag auf in die Berge um nach den Gämsen Ausschau zu halten.

 

Vor Ort waren dann doch eine Menge Wanderer unterwegs, und von meinem Objekt der Begierde weit und breit nichts zu sehen. Ich beschloss etwas den Hang hinab zu steigen, und an einem Punkt mit guter Rundumsicht erstmal zu warten. Dabei ist zu sagen, dass die Landschaft echt atemberaubend schön ist. Schroffe Felsen in Mitten von satten grünen Steilhängen, welche Richtung Tal in dichte Wälder übergehen.

Mit der Zeit wurde es immer leerer und bald schon befand ich mich alleine in dieser tollen Bergkulisse. Doch nicht lange, tauchte doch plötzlich diese Gams mit ihrem Jungtier im Hang auf. Ich konnte schnell dieses eine Foto machen, bevor die beiden hinter dem nächsten Felsvorsprung wieder verschwanden.

 

Ich wartete noch etwas an dieser Stelle in der Hoffnung, die beiden kämen erneut vorbei, was jedoch nicht eintrat. Langsam machte ich mich zurück auf den Weg Richtung Auto, als ich bemerkte, dass sich auf dem Bergplateau eine ganze Herde von Gämsen befand. Die Kamera noch mal ausgepackt konnte ich noch einige tolle Bilder machen!

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh um 4:30h, wollte ich doch vor Sonnenaufgang schon in den Bergen sein, wohlwissend, dass sich das Wetter in den nächsten Stunden deutlich verschlechtern würde, und in den darauffolgenden Tagen auch keine Besserung in Sicht war. Belohnt wurde ich mit einem tollen Sonnenaufgang, und sehr kooperativen Gämsen.

Im Laufe der Zeit merkte man immer mehr die herannahende Schlechtwetterfront, und der Wind frischte auf Sturmstärke auf. Es ging dann erst mal zurück ins Hotel zu einem ausgiebigen späten Frühstück.

Mittags habe ich mich dann zu einem Ausflug Richtung Munster aufgemacht, wo die Störche zahlreiche Nester auf den Dächern rund um den Markplatz bezogen haben. Ein tolles Naturschauspiel und leider heutzutage kaum noch so zu sehen!

Zum Abend hatte das Schlechtwettergebiet dann komplett Einzug gehalten, und ich habe den restlichen Tag im Hotel ausklingen gelassen.

Der Blick am dritten Tag früh Morgens aus dem Fenster verriet, dass das Wetter ein morgendliches Shooting nicht zulässt. Neben dem Wind in Sturmstärke goss es aus Kübeln. Also erst mal zurück ins Bett und den Tag entspannt angehen lassen. 

Am späten Vormittag entschied ich mich trotz Regen für eine Tour ins Tal zu den Wasserfällen bei Tendon. Das Wetter war für diese Art der Fotografie einfach perfekt, und die frischen grünen Farben kamen klasse zur Geltung!

Über Nacht hat der Wind dann zum Glück stark nachgelassen, und so ging es am vierten Tag pünktlich morgens wieder in die Berge. Dort angekommen konnte man wahrlich die Hand vor den Augen nicht erkennen, so neblig war es. Ich entschied mich trotzdem dazu mich auf die Suche nach den Gämsen zu machen. 

Über eine Stunde irrte ich im wahrsten Sinne des Wortes umher, bis ich auf einmal fast eine Gams umlief. Ich glaube wir haben uns beide erschrocken! Bevor sie wieder im Nebel verschwand machte ich schnell noch ein Bild.

Im Verlaufe des Tages lichtete sich der Nebel dann zunehmenst und man bekam auch wieder ein paar Details auf den Sensor gebannt.

Am nächsten Morgen ging es wieder vor Sonnenaufgang in die Berge. Laut Wetterbericht sollte es klar sein, und zum Sonnenaufgang die Sonne scheinen. Vor Ort erwartete mich allerdings sehr zäher Morgennebel, und die Hoffnung auf stimmungsvolle Bilder im ersten Licht des Tages schwand.

Zu fortgeschrittener Stunde durchbrach dann die Sonne den Nebel zunehmend und machte den Blick auf eine atemberaubende Berglandschaft frei.

Ich konnte dann auch noch einige Momente bei den Gämsen einfangen bis das Licht einfach zu hart wurde, und sich die Gämse zudem auch in die Steilhänge zurückzogen.

Endlich zeigte sich das Wetter wieder von der besten Seite. Auch für den morgigen Sonnenaufgang war bestes sonniges Wetter prognostiziert, und so habe ich meinen Aufenthalt kurzerhand um einen weiteren Tag verlängert, was sich im Nachhinein als goldrichtig erweisen sollte.

 

Nach einer verlängerten Mittagspause ging es am frühen Nachmittag dann wieder zu den Gämsen. Ich entschied mich dazu, den Steilhang noch weiter hinabzusteigen um eine andere Perspektive zu bekommen, und nach Möglichkeit nochmal den Nachwuchs vor die Linse zu bekommen.

Aus größerer Entfernung konnte ich erste Bilder machen, bevor sich eine Gams mit Nachwuchs auch mal etwas näher an mich herantraute…   

Es ist wahnsinnig wie gut und vor allem schnell sich die Gämse in diesen doch sehr steilen Gelände bewegen können!

 

Langsam stand die Sonne so tief, dass der Hang immer mehr in den Schatten geriet, und die Gämse langsam Richtung Plateau zogen. Auch ich machte mich bereit für den mühsamen Aufstieg, in der Hoffnung bei Sonnenuntergang oben auf der Hochebene noch ein paar Gegenlichtaufnahmen einfangen zu können.

Die Rechnung ging komplett auf, und nachdem die Sonne untergegangen war, ging es zurück ins Hotel um mir noch ein paar Stunden Schlaf bis zum frühen Sonnenaufgang zu gönnen.

Am nächsten Morgen erwarte mich am Berg ein fantastisches, fast unwirkliches Licht, und ich konnte schönste Stimmungsbilder auf den Sensor bannen.

Ein tolles Gamsporträt konnte ich dann zum Abschluss auch noch machen!

Gut eine Stunde nach Sonnenaufgang strahlte der Sonnenball dann bereits so hell, dass man Feierabend machen konnte. Ein Blick auf das Kameradisplay bestätige mich jetzt schon darin, dass die Entscheidung einen Tag länger zubleiben einfach goldrichtig war :).

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann Richtung Heimat, wobei ich noch einen Zwischenstopp in Baden-Württemberg bei den Purpurreihern eingeplant hatte. Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

 

Viele Grüße Markus